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Robert Schwarz in kultura-extra über
René Steininger: In Margine

(...) In Steiningers gelehrtem Buch wird ein Schakal (Fragebogen nach Proust) nach seiner Definition des Glücks gefragt: "Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück? - Die Fortuna eines faulen Jägers: Aas."“Der Lyriker "mag, was Vögel in den Himmel schreiben". Aber entscheidender ist, dass auf dieser Arche jede Art Raum für ihre Besonderheit bekommt. Die Tiere sind nicht "gut", sie sind nicht "besser als" der Mensch, sie sind hier vielmehr mit dessen eigenen Unvollkommenheiten und Vollkommenheiten geschlagen, beglückt. Auf einer Ebene sind die meisten dieser Texte als contes moraux, moralische Geschichten zu lesen, die - noch einmal - ein Pandämonium des Menschlichen entwerfen. Das Leben ist gut, wenn man es nicht an zu großen Ansprüchen und an falschen Horizonten misst. Die Gebrechlichkeiten, die kleinen Vergnügen und Eigenwilligkeiten, sogar die Katastrophen geben ihm seinen unvergleichlichen Reiz, seine Vielfalt. Die Tiere sprechen sich hier durch menschliche Charakter- und Sprachmasken aus, was der Autor sehr listig und witzig dadurch verstärkt, dass jede Art durch eine besondere literarische Form (hohes menschliches Kulturgut! neben banalen Sprachformen wie "Gebrauchsanweisung", "Nachrichten", "Klatsch und Tratsch") kommuniziert. Die Tiere treten auf als Narren, als Verlorene, Liebende, Entbehrende, Trauernde, Triumphierende. Was den Menschen abhanden gekommen ist, die Tiere zeigen es im Übermaß: den Sinn für das Menschliche.
Sicherlich ist das ein ironisches Spiel mit Spiegeln. Aber darin steckt menschliche Sympathie für diese - anderen - Brüder und Schwestern. Dem, der nur nach Witzen sucht, wird entgehen, dass unter der Maske des menschlich Bekannten das Unbekannte und Seltene von Lebensformen aufblitzt, die für unser Verständnis kaum greifbar sind. Man muss sich sinken lassen in dieses Meer, berühren lassen, betrachten, staunen. Die Schönheit der Ordnung des sich organisierenden Lebens, das auch chaotisch ist, das eingefangen wird in Farbe, Geometrie, Bewegung, Funktion und Schall und dann wieder ausbricht, das kollektiv ist und singulär, gerettet und verloren, lässt sich ja sprachlich kaum fassen. Die Künstler sind selbst Imitatoren, wie Aristoteles gesagt hat. An diesem Buch IN MARGINE gefällt mir, dass es den Tieren und Pflanzen so viel Platz gibt, Raum zum Atmen sozusagen. Kurze Anmutungen leisten mehr als lange Beschreibungen. Das Tier wird greibar und bleibt ungreifbar. Und wir schmecken etwas von dem, was uns wohl schon durch unsere Vorgeschichte begleitet hat: (nicht nur der Schrecken, sondern) die Freude der Begegnung.
Am Ende stirbt auch homo erectus aus, der "ein primus inter pares unter Affen" gewesen ist. (...)

Dr. Robert Schwarz ist Philosoph und Lehrbeauftragter des Instituts für Orientalistik in Wien. 
Vollständiger Artikel hier.

 

Gießener Anzeiger über

Christoph Meissner-Spannaus: Die geheimen Klostertagebücher

"Der Held versucht in einem skurrilen Kloster, die Antworten auf die letzten Fragen zu finden. Angereichert mit Fotos und einer Reihe von Gedichten wird Welteks Tagebuch zu einer Satire auf die Mühen, die wir auf der Suche nach dem Höheren, das unserem Leben Sinn geben soll, auf uns nehmen. Selbsternannte Heilsbringer verlangen von ihren Eleven eigenartige Unterwerfungen, quälen und bedrohen sie und geben sich dann wieder als fürsorgliche barmherzige Gläubige. Christoph Meissner-Spannaus schreibt mit viel Lust am Fabulieren und einem unterhaltsamen Hang zum Absurden." Ganzer Artikel

 

REINER KUNZE über
Christoph Meissner-Spannaus in "Poetische Theorie":

"Lieber Christoph Meissner-Spannaus, Ihre Texte haben uns, meine Frau und mich, zutiefst gerührt, und ich bin sehr überrascht: Die Episoden sind fünf kleine Meisterwerke. Ich gratuliere und danke Ihnen. Sie haben mir eine große Freude bereitet.
Herzlich grüßt Sie Ihr Reiner Kunze" (Juli 2013)

 

HARALD GRÖHLER über
RO Willascheks "Gärten der Unlust"

"Deine „Gärten“ war eine Überraschung; unglaublich. Dein Gedichtband – an dem keiner eigentlich vorbeigehen kann, der sich überhaupt nur mit Gedichten beschäftigt: Desillusionierend und von einem, der desillusioniert ist. Das ist also das Gegenteil dessen, was einem sonst, bei „Lyrik“, andauernd (auch heute noch) geboten wird. Oft sehe ich bei Dir den Surrealismus. Kein verwässerter aufgeweichter Surrealismus, kein Nachklang von Früherem. Wie selten sonst lässt sich so etwas feststellen. Deine Gedichte sind keine Texte, zu denen ich meist sagen könnte: „die gefallen mir“, aber ich sage: die lassen mich nicht so leicht los! Eigentlich möchte ich erweitern: wen sonst könnten die locker loslassen? Die radikale Aufrichtigkeit, die ich bei Deinen Gedichten immerfort vorfinde, habe ich jahrelang bei anderen Autoren vergeblich gesucht. Und die Aufrichtigkeit verhilft Dir auch zu ganz neuen Erkenntnissen, zu unerhörten Einsichten; Dir und Deinem Leser, mir zum Beispiel. Es ist die kompromisslose Haltung. Und es tut gut – mir, das endlich wieder einmal Klipp und Klar vor sich zu sehen. Du breitest ja in diesem Band eine ganze Welt aus ..." (März 2014)

 

Dominik Dombrowski über
Hans-Joachim Griebe

 »Die Kunst einer Lyrik, bei der einem zwar das Lachen im Halse stecken bleibt, aber die dann dennoch ungemein tröstlich wirkt, vollbringt das längere Gedicht ›Laub‹ von Jochen Griebe, eine bohemienhafte Entlarvung der Agentur für Arbeit als absurdes Theater, wenn die Opferrolle zwischen Sachbearbeiterin und ›Kunden‹ (der wieder fit gemacht werden soll fürs staatlich verordnete Konsumentendasein) sich umkehrt, und den Arbeitslosen aus Mitleid mit der Sachbearbeiterin, nachdem er sie sich schöngesoffen hat, zur Harke greifen läßt: Drei Stunden Laubharken für den 1,99er / SOAVE und einen 88 Cent Viererpack / KRONFÜRST BOONEKAMP 44 % Vol / geht ganz in Ordnung / wenn man bedenkt / für wen und was die Anderen so arbeiten / und dass alle Bäume / irgendwann kahl sein werden.« ("Ausdeutung der Kampfzone", Fixpoetry, Dezember 2011,)

 

Erich Huppertz (ehu), Köln Nachrichten über
"anhaltender ritus - Liebeslyrik im 21. Jahrhundert"

Die Anthologie ist »nicht nur wegen der vielen unterschiedlichen Blicke auf die Liebe und deren Erscheinungs-formen lesenswert, sondern auch wegen der vielen lyrischen Facetten.
Herausgeber Domas hat mit Pornos und einem Krimi (›Die Wespen‹, noch im Handel erhältlich) angefangen. Wie kommt man da zur Lyrik? ›Mein ehrgeiziges Ziel war es, die Pornografie aus dem Schmuddel zu heben, so wie im Krimigenre Hammett und Chandler. Aber da habe ich wohl zu hoch gegriffen, zumal angesichts der Wende zur neuen Prüderie.‹ Heute hätten wir ja beides gleichzeitig: „schamloseste Sexualisierung und abgeschmackteste Bigotterie.“.« (Ganzer Artikel hier: Köln Nachrichten)